🔬 Verantwortung im digitalen Labor: Innovation braucht fachliche Kompetenz
Automatisierung, künstliche Intelligenz und digitale Laborinformationssysteme eröffnen neue Möglichkeiten für effizientere Abläufe, eine lückenlose Rückverfolgbarkeit und eine noch verlässlichere Diagnostik. Doch technologischer Fortschritt allein schafft noch keine Sicherheit.
Bei der Fachkonferenz „Führung und Betrieb von Laboren“ am 9. und 10. September 2026 in Wien brachte Sylvia Handler, MBA, Vizepräsidentin von Biomed Austria, die Perspektive der Biomedizinischen Analytik in den interprofessionellen Austausch ein. Biomed Austria begleitete die Veranstaltung als Community Partner.
Im Mittelpunkt standen insbesondere:
⚙️ Automatisierung und nachhaltige Prozessoptimierung
🤖 Chancen und Grenzen künstlicher Intelligenz
🔐 Datenintegrität und Cybersicherheit
⚖️ rechtliche Grundlagen für den Umgang mit sensiblen Gesundheitsdaten – insbesondere im Hinblick auf die DSGVO
🧪 Validierung, Qualitätsmanagement und klar geregelte Verantwortlichkeiten
Ein modernes LIMS kann Prozesse standardisieren, manuelle Eingaben reduzieren und Fehler frühzeitig sichtbar machen. Gleichzeitig können ungeeignete Konfigurationen oder unzureichend validierte Entscheidungsregeln Fehler vervielfachen. Auch KI-generierte Ergebnisse sind nicht automatisch richtig: Systeme benötigen geeignete Daten, definierte Einsatzbereiche, eine laufende Überwachung und eine kritische fachliche Bewertung.
Gerade in einem hochsensiblen Bereich wie der Labordiagnostik darf Verantwortung daher weder an Software noch an IT-Verantwortliche oder externe Anbieter ausgelagert werden.
Biomedizinische Analytiker sind dabei eine Schlüsselprofession: Sie verbinden technologische Möglichkeiten mit medizinisch-diagnostischer Fachkompetenz, bewerten automatisierte Ergebnisse im konkreten Kontext, erkennen Abweichungen und beurteilen deren mögliche Auswirkungen auf die Befundqualität und die Sicherheit der Patient.
Innovation und Compliance sind keine Gegensätze. Ein wirksames Qualitätsmanagement schafft vielmehr die Grundlage dafür, neue Technologien sicher, nachvollziehbar und zum Nutzen der Patient einzusetzen.
💡 Die Technologie darf immer moderner werden – die fachliche Verantwortung darf dabei nicht verschwinden. Denn Verantwortung lässt sich nicht automatisieren, wohl aber durch qualitätsgesicherte Technologie wirksam unterstützen.