Letzte Aktualisierung: 16.7.2018
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Innsbrucker Frühjahrstagung, 17. März 2018

 

Veranstaltungsort:

fhg – Zentrum für Gesundheitsberufe Tirol                   
2. Stock, Mehrzwecksaal (MZS)
Innrain 98, 6020 Innsbruck 

 

Für Mitglieder von biomed austria kostenlos

Für Nichtmitglieder € 60,- (inkl. Pausenverpflegung)

Anmeldeschluss: 10.März 2018

Bewertung: 12 CPD-Punkte

Die Fortbildung ist eine Kooperation von
biomed austria – Region Tirol, Vbg und der
fhg, Bachelorstudiengang Biomedizinische Analytik
Jahrgang 2016 – 2019

-> Zur Anmeldung

Programm

ab 8.30 Uhr                    Registrierung
9.00 – 9.15 Uhr Begrüßung
9.15 – 9.55 Uhr

Auswirkungen von Aluminium bei Brustkrebs
Univ.-Ass. Dr. Mag. rer. nat. Caroline Linhart

9.55 – 10.35 Uhr

Tiroler Endoskopie-Hygiene-Surveillance-Studie
Mag. Petra Decristoforo, BSc MSc

10.35 – 11.05 Uhr Pause
11.05 – 11.45 Uhr

Gerinnungsuntersuchungen bezüglich der Reversierung neuer direkter Antikoagulanzien am Beispiel Rivaroxaban
Bettina Schenk, PhD

11.45 – 12.00 Uhr

Einsatzmöglichkeiten von Durchflusskammern und Konfokaler Mikroskopie in der Gerinnung
Martin Fleisch, BSc

12.00 – 12.15 Uhr

Die Rolle der Caspase-2 im nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom
Bianca Wasserbauer, MSc

12.15 – 13.15 Uhr Mittagspause
13.15 – 13.55 Uhr

Sehen? Wahrnehmen? Spüren? Richtig sehen am Mikroskop-Arbeitsplatz
Leopold Maurer

13.55 – 15.00 Uhr

Podiumsdiskussion zum Thema Registrierung der Gesundheitsberufe
Sylvia Handler, MBA

Elias Walder, BA MA
15.00 Uhr

Verlosung, Verabschiedung

                      

 

 -> Programm als PDF

 

Referenten und Inhalte der Vorträge

 

Auswirkungen von Aluminium bei Brustkrebs

Univ.-Ass. Dr. Mag. rer. nat. Caroline Linhart
Epidemiologin
Department für Medizinische Statistik, Informatik und Gesundheitsökonomie, Med. Universität Innsbruck

 

Tiroler Endoskopie-Hygiene-Surveillance-Studie

Mag. Petra Decristoforo, BSc MSc
Biomedizinische Analytikerin
Outbreak and Study Management
Sektion für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie, Med. Universität Innsbruck

Endoskopische Untersuchungen sind sowohl bei Indikation wie auch in Gesundheitsvorsorgeprogrammen ab dem fünfzigsten Lebensjahr ein minimalinvasiver Eingriff, der nicht nur Diagnose sondern auch Therapie von Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts erlaubt. Nach Einsatz eines Endoskops am Patienten ist eine Kontamination des Gerätes mit Infektionserregern sehr wahrscheinlich. In der internationalen Literatur wurde in den letzten Jahren über mehrere Ausbrüche von Infektionserregern durch endoskopische Eingriffe berichtet. Ziel und Zweck der Tiroler Endoskopie-Hygiene-Surveillance-Studie (TEHS) war es, die Qualität der Aufbereitung gastrointestinaler Endoskope in Tiroler Krankenanstalten und Facharzt-Praxen im Arbeitsalltag zu erheben.

 

Gerinnungsuntersuchungen bezüglich der Reversierung neuer direkter Antikoagulanzien am Beispiel Rivaroxaban

Bettina Schenk, PhD
Biologin
Clinical Research Associate (CRA) im Research Office Dr. Fries
Universitätsklinik für Allgemeine und Chirurgische Intensivmedizin, Medizinische Universität Innsbruck

Neue orale Antikoagulanzien (NOACs) können schwerwiegende Blutungen verursachen, welche die behandelnden Ärzte vor große Herausforderungen stellen. Wo noch kein spezifisches Antidote vorhanden ist, besteht die Möglichkeit, verschiedene Medikamente zur Reversierung des NOACs Rivaroxaban „off-label“ zu verwenden. Dazu wurden verschiedene Studien durchgeführt: Gesunden Freiwilligen sowie Patienten unter Rivaroxaban-Therapie wurden Blutproben entnommen, diese wurden teilweise im Labor weiterbehandelt (zum Beispiel mit den oben genannten Medikamenten versetzt) und mit verschiedenen Messmethoden getestet. In einer Studie wurden auch Blutproben von Patienten mit lebensbedrohlichen Blutungen unter Rivaroxaban-Therapie entnommen, welche mit Prothrombinkomplex-Konzentrat behandelt wurden. Die Ergebnisse der verschiedenen Studien, speziell in Hinblick auf die durchgeführten Labortests, zeigen auch, wie schwierig es ist, von kontrollierten Laborbedingungen auf den klinischen Alltag zu schließen.

 

Einsatzmöglichkeiten von Durchflusskammern und Konfokaler Mikroskopie in der Gerinnung

Martin Fleisch, BSc
Biomedizinischer Analytiker
Pathologie, Labor Dr. Obrist, Zams

Durchflusskammern (Flow Chambers) imitieren künstliche Blutgefäße, durch die Blut oder Plasma gepumpt werden und am konfokalen Mikroskop betrachtet werden können. Es ergeben sich unzählige Anwendungsmöglichkeiten für dieses System. Diese Bachelorarbeit zeigt Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Blutgerinnung auf, die mit evaluierten Messmethoden verglichen werden.

 

Die Rolle der Caspase-2 im nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom

Bianca Wasserbauer, MSc
Biomedizinische Analytikerin
Institut für Pathologie, Med. Universität Innsbruck

Die Beseitigung von geschädigten oder nicht mehr gebrauchten Zellen im Organismus ist ein erforderlicher Prozess, um die Zellzahl konstant zu halten und die Gesundheit des Organismus zu gewährleisten. Der programmierte Zelltod, die Apoptose, ist ein physiologischer Signalweg, um eine konstante Zellzahl zu halten und potentiell gefährliche Zellen vom System zu eliminieren. In Krebszellen ist dieser Prozess oft dereguliert und daher ein geeignetes Ziel für eine maßgeschneiderte Therapie. Lungenkrebs ist einer der häufigsten und tödlichsten Krebsarten auf der Welt. Obwohl die Behandlung in fortgeschrittenen Stadien des Lungenkrebses nicht sehr erfolgreich ist, sind zumindest im nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) einige molekulare Treiber bekannt. Die zwei Wichtigsten sind EGFR und KRAS. Um die Bedeutung eines pro-apoptotischen Proteins, Caspase-2, in Zellen mit einer mutierten Version des EGFR oder KRAS zu untersuchen, wurde die Caspase-2 mit dem CRISPR/CAS9 System deletiert. Durch diese Studie wurde gezeigt, dass das Fehlen der Caspase-2 in EGFR-mutierten Zellen zu einem apoptotischen Zelltod durch γ-Strahlung führt, während in Caspase-2-defizienten KRAS-mutierten Zellen keine Reaktion nach γ-Strahlung gezeigt wurde. Überraschenderweise konnte eine signifikant höhere Migration der KRASG12D Zellen in der Abwesenheit von Caspase-2 festgestellt werden.

 

Sehen? Wahrnehmen? Spüren? Richtig sehen am Mikroskop-Arbeitsplatz

Leopold Maurer
Augenoptikermeister und Kontaktlinsenoptiker i.R.

Gut und bequem sehen bedeutet nicht nur die optimale Korrektur einer Sehsituation mit Brille oder Kontaktlinse, sondern auch, seine Augen optimal zu gebrauchen. Speziell in einer Zeit, in der die Sehanforderungen und die Sehreize die richtige Verwendung immer schwieriger machen. Aufgrund der heute gestiegenen Sehanforderungen (Bildschirm, Mikroskop) kommt es immer häufiger zu Veränderungen der Sehgewohnheiten die, wenn sie nicht beachtet werden, zu Problemen führen. Die Folge dieser Schwierigkeiten sind ein allgemeines Unwohlsein, Müdigkeit, Leistungsverlust und in vielen Fällen auch eine Zunahme der Fehlsichtigkeit. Daraus resultieren unsere meist einseitigen Sehgewohnheiten, die vielfach für unsere momentane Sehsituation verantwortlich sind. Sein Sehen richtig verwenden trotz dieser Sehanforderungen ist Inhalt dieses Vortrags. Sehen ist mehr - darauf sollten wir schauen. 

 

Podiumsdiskussion zum Thema Registrierung der Gesundheitsberufe

Sylvia Handler, MBA
Biomedizinischen Analytikerin
Präsidentin von biomed austria, AMTDG am AKH Wien

Elias Walder, BA MA
Sozialpolitische Abteilung, Kammer für Arbeiter und Angestellte für Tirol, Innsbruck